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Claudia R. schrieb am Juni 28, 2016
Hallo Tibor, ich möchte hier weitgehend anonym bleiben, von daher gebe ich meinen kompletten Namen der Öffentlichkeit nicht preis. Und warum? Weil ich mich schäme, ich schäme mich für eine Krankheit, die mich die meiste Zeit meines Lebens gegängelt und gequält hat. Viele leiden darunter, aber wenige haben den Mut, das preis zugeben und vor aller Welt dazu zu stehen. Ich habe, oh nein, sorry, ich hatte Bulimie. Ich litt seit meinem 15. Lebensjahr darunter, viel mehr als die Länge meines gesamten Lebens. Wer nicht selber darunter leidet, kann sich kaum vorstellen, was das bedeutet und wie es sich auf das gesamte Leben auswirkt. In der Hoffnung, dass vielleicht, wenn auch nur eine einzige an Bulimie erkrankte Person das liest, ebenfalls bei Dir, lieber Tibor, Heilung erfährt und von schlimmsten Qualen befreit werden kann, hat es sich für mich gelohnt, das Risiko einzugehen, hier auf dieser Internetseite dieses von der Gesellschaft verschwiegene Thema öffentlich zu machen. Jeder Mensch muss essen, immer. Man kann nicht aufhören zu essen, um sich von dieser Sucht zu befreien. Man kann aufhören zu rauchen, zu trinken oder sonst was, aber man kann das Essen nicht einstellen. Und wenn man dann erst anfängt zu essen, kommt die Sucht. Sie ist nicht aufzuhalten, sie ist ein tief verankerter Automatismus, gegen den man sich nicht mehr wehren kann. Eine Scheibe Schwarzbrot mit Käse zum Frühstück reicht aus und es geht los. Es beginnt und Du kannst nicht anders. Du musst !!!!!!!!! Dieser Zwang zu essen. Zu essen, was da ist. Alles, was in den Schränken und im Kühlschrank zu finden ist. Aber halt, es muss leicht wieder aus zu kotzen sein. Denn dann Erbrechen spielt sich im Verborgenen ab, es darf niemand hören, muss unbedingt im Geheimen geschehen. Alles, was ich eingekauft hatte, für Besuch oder zum Kochen, wirklich alles, was ich an Vorräten zu Hause hatte, hab ich in mich reingefressen. Es war mir völlig egal, ob noch Geld oder Zeit für einen neuen Einkauf da war. Ich musste es in mich hineinstopfen um es später wieder aus zu brechen. Hätte ich das Geld der Lebensmittel, die ich wieder ausgebrochen habe, ich hätte ein super schönes Einfamilienhaus. Und immer diese Angst, entdeckt und an den Pranger gestellt zu werden. Einladungen zum Essen? Nein !!! Ich hab Ausreden erfunden, um mich vor jedem Essen zu drücken, denn ich wollte nicht wieder in diesen Strudel der Ess- und Brechsucht geraten. Oder Einladung annehmen, mit dem Plan im Kopf möglichst viel zu essen (was in Gesellschaft nie ausgereicht hat, um diese unersättliche Fresssucht zu bedienen), um mich früh zu verabschieden und auf dem Heimweg bei Mac Donalds noch drei oder vier Menüs mitzunehmen und zu Hause zu verschlingen um später all das Zeugs kniend über der Kloschüssel wieder aus meinem Körper zu bekommen. Durch diese Krankheit lernt man die perfekte Schauspielerin zu sein. Selbst nach fast 30jähriger Sucht hat weder meine Familie, Freunde, Arbeitskollegen, mein Ehemann noch meine Kinder etwas davon mitbekommen. Mein Zahnarzt ja, denn mein Zahnfleisch ging zurück, auch hatte ich weitere gesundheitliche Probleme, die solch eine Krankheit einfach nicht ausbleiben. Und jetzt???? Jetzt bin ich frei !!! Ich bin wirklich frei. Tibor hat mich von dieser Sucht befreit, die ich meinte, als großes Geheimnis mit in mein Grab nehmen zu müssen. Und soll ich was sagen? Mein Leben macht mir wieder Spaß! Ich lade Gäste zu mir nach Hause ein und koche ein feudales Essen für sie und ich esse mit. Einfach so lange, bis ich satt bin. Fertig. Nicht mehr! Ich denke nicht mal an das Kotzen! Ich koche für meine Kiddis all ihre Lieblingsgerichte und esse mit. Und fertig. Das war es. Keine Sucht, die mich mehr quält und mir das Leben zur Hölle macht. Zuerst hab ich natürlich etwas zugenommen, zuerst drei Kilo, dann fünf. Die Panik kam sofort in mir hoch, fett zu werden. Aber die Gespräche mit Tibor haben mich beruhigt, ich hab ihm vertraut und was ist tatsächlich geschehen? Nach genau fünf Kilo hat die Waage sich stabilisiert und ich nehme nicht zu!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich bin gesund!!!! Bin normal!!!!!!!! Ich habe keine Essstörungen mehr!!! Ich könnte hier noch seitenlange Berichte abgeben aber ich möchte das Tibor einfach ersparen. Er war auch nie so indiskret und wollte von mir in alles Einzelheiten erklärt bekommen, wo nun eigentlich die Schwerpunkte liegen. Er hat mich und meine Krankheit, mein Leiden und meine Sucht respektiert und ist sehr sensibel und zudem professionell mit mir umgegangen. Das rechne ich ihm sehr hoch an. Ich könnte in sein Gästebuch beißen, aber nicht vor Hunger sondern vor immenser Freude. Tibor, als ich gesehen habe, wie Du mir meine Suppenkelle verbogen hast, die ich insgeheim zur Überprüfung mitgenommen hatte, wusste ich einfach, dass ich bei Dir in den besten Händen bin. Mag es sich anhören wie es will, aber hätte ich es nicht gewagt, mir Dich anzuvertrauen und um Deine Hilfe zu bitten, weiß ich ganz ehrlich, wie lange ich dieses verlogene Spielchen noch hätte ertragen und leben können. Ich sag nur eins. Leute, holt euch einen Termin bei Tibor Slavkovic!!!!!!!!!!! Tibor, meinen innigsten Dank !!!!
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